Friedenshof Kommunität e.V.
Gemeinschaftshaus der Arche

Hammersteinstraße 3
31535 Neustadt OT Niedernstöcken

 

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Die Arche-Gemeinschaft von
Lanza del Vasto

 

Zur Geschichte der Arche

Die Arche hat ihre Wurzeln im Leben und Wirken Gandhis. Lanza del Vasto, der Gründer der Arche-Gemeinschaft, hielt sich während einer Indienreise 1937 längere Zeit bei Mahatma Gandhi auf, um dessen gewaltfreie Lebensweise zu erfahren. Auf einer anschließenden Pilgerreise zu den Quellen des Ganges gelangte Lanza del Vasto zu einer klaren Berufung: er kehrte nach Europa zurück, um hier die Ideen Gandhis zu verwirklichen.

1948 wurde die erste Lebensgemeinschaft in Frankreich gegründet. 1966 konnte in den Cevennen das "Mutterhaus" der Arche "La Borie-Noble" erworben und ausgebaut werden. Bis 1987 kamen weitere Gemeinschaften hinzu.

Die Arche führte seit den 50er Jahren gewaltfreie Aktionen unter anderem gegen die Folter im Algerienkrieg, die erste Französische Atombombe, die Errichtung eines Truppenübungsplatzes auf dem Larzac und Atombombenversuche durch. Sie beteiligte sich an den  innerchristlichen und interreligiösen Diskussionen zur Ächtung aller Massenvernichtungswaffen.

Zur Zeit engagiert sich die Arche gegen die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft.

Seit 2002 hat sich die Arche in einen Erneuerungsprozess begeben, der im Juli 2005 im Generalkapitel sein vorläufiges Ergebnis fand. Die Archegemeinschaft öffnet sich für Menschen, die in den unterschiedlichen Lebensformen leben und will ihnen dabei Orientierung geben.

 

Zum Auftrag der Arche

Die Arche-Mitglieder wollen in ihrem Leben Spiritualität, Ethik, gesellschaftliches Handeln und Politik verbinden. Daraus  entstehen neue Lebens-, Handlungs- und Beziehungsformen, die sich an den Ideen der Gewaltfreiheit, bzw. "Gütekraft" orientieren. Die Engagierten der Arche bekräftigen ihren Weg in einer gemeinsamen Verpflichtung, die sie jährlich erneuern.

Die Arche-Charta fasst das Anliegen der Gemeinschaft folgendermaßen zusammen:

In der Nachfolge von Gandhi und Lanza del Vasto entscheiden sich die Mitglieder der Arche für Gewaltfreiheit, die sich auf Arbeit an sich selber und auf spirituelle Suche stützt.
Sie verpflichten sich
-    bereit zu sein zum Dienen und zum Teilen
-    einfach zu leben
-    alles Lebende zu achten
-    sich für Gerechtigkeit und Frieden mit den Mitteln der Gewaltfreiheit zu engagieren.

 

Die Deutschsprachige Arche-Gemeinschaft

Die Menschen, die sich im deutschsprachigen Raum freundschaftlich oder durch ein Versprechen mit der Arche verbunden haben, treffen sich zweimal im Jahr. Dabei stärken sie ihren persönlichen Kontakt und ermutigen sich gegenseitig in ihrem Engagement. Sie klären grundsätzliche Fragen und legen bei ihren Treffen besonderen Wert auf das gemeinsame Feiern.

In diesem Jahr (Sommer 2009) wird es erstmals ein Arche-Camp auf dem Friedenshof geben.

Kontaktadresse:

arche@friedenshof.org
oder:
Susanne Bihler, Heinrich-Goutermann-Weg 1, 70619 Stuttgart

Die Deutschsprachige Arche veröffentlicht in unregelmäßiger Folge eine Zeitung, das "ArcheForum". Die letzte Ausgabe kann hier eingesehen werden: Arche-Forum Herbst 2008

 

Aktuelles aus der Arche

Seminar mit Bruder Martin aus Indien im Rahmen des Ausbildungstreffens im Herbst 2008

Von 26.bis 28.September durften wir Bruder Martin aus dem Shantivanam-Ashram in Südindien bei uns auf dem Friedenshof empfangen. Im Rahmen unseres Arche-Ausbildungs-Curriculums gab er uns Anstösse zur interreligiösen Verständigung und zur Vertiefung des Christentums. Er selbst lebt seit vielen Jahren als Benediktiner im christlichen Ashram, das von Bede Griffiths gegründet wurde und viele Formen aus dem Hinduismus integrierte. Das Studium der höchsten indischen Weisheitslehren (die Vedanta, die Upanishaden, sowie die Schriften von Shankara) inspirierten Bruder Martin zu einer neuen Sicht des Christentums, zur Neuinterpretation der christlichen Schriften und zu tiefer Begegnung mit Jesus Christus jenseits religiöser Glaubenssysteme. In den Werken Meister Eckehart’s fand er erstaunliche Übereinstimmungen mit denen von Shankara.

Bruder Martin zeigte uns exemplarisch am Leben Jesu einen spirituellen Entwicklungsweg auf, der mit der Geburt als Mensch beginnt und über die religiöse Zugehörigkeit (bei Jesus das Judentum) in ein universelles Bewusstsein und schließlich in der Einheit mit Gott („der Vater und ich sind eins“) mündet. Bruder Martin verwendete ein anschauliches Bild, um uns die verschiedenen Ebenen darzustellen: das Bild des Baumes. In dieser Metapher ist das einzelne Individuum das Blatt – unser gewöhnliches Bewusstsein: ich bin ein einzelnes Blatt, getrennt von den anderen, verschieden von den anderen Blättern. Dann weitet sich das Bewusstsein allmählich aus und erkennt, dass es Teil eines Zweiges ist und dass es an jenem Zweig viele Blätter gibt, mit denen es verbunden ist – das Bild der religiösen Zugehörigkeit. Nun dehnt sich das „Ich“ noch weiter aus, realisiert, dass es einen Stamm gibt, der viele Zweige nährt (universelles Bewusstsein) – hier spielen die unterschiedlichen religiösen Formen keine Rolle mehr. Und schließlich kommt es zur Einheitserfahrung, zur Gotteserfahrung, zur Erfahrung der Wurzel. Hier ist jede Dualität aufgehoben. Die Inder nennen es „Advaita“ – nicht-zwei.

Etwa 30 Menschen nahmen insgesamt teil an den Gesprächen, Vorträgen und Meditationen mit Bruder Martin. Den Abschluss bildete ein Gottesdienst in der Esperker Kapelle im Nachbarort, der für die Teilnehmenden ein beeindruckendes Erlebnis war.

Wir wünschen uns weiteren Austausch mit Bruder Martin, da wir denken, dass er uns wesentliche Impulse für unser Gemeinschaftsleben und auch für das Weiterwachsen in der Archegemeinschaft geben könnte.

 

Ausbildungstreffen im Februar 2008

Im Februar 2008 fand auf dem Friedenshof eine weitere Ausbildungseinheit statt.
Bernhard Kändler berichtet aus einer Gesprächsrunde:

"(....)Unser Thema war die folgende Frage: Wie kann ich mich davor bewahren, mich mit Arbeit zu überlasten, um mehr Zeit für Muße und Kontemplation zu gewinnen? Wir bemerkten zu unserem Erstaunen, dass sich in dieser Frage die Situation auf dem Friedenshof nicht von der eines Familienvaters mit drei zu versorgenden Kindern und Berufstätigkeit unterscheidet. (...)
Das Ziel ist es, eine Harmonie zwischen dem Notwendigen und dem inneren Bedürfnis zu finden, das bedeutet, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun. Es gibt Dinge, die müssen getan werden, auch wenn es mir gerade nicht gefällt (zum Beispiel die Ernte, wenn die Früchte reif sind). Unsere Aufgabe ist es, uns von der Maßlosigkeit der Anforderungen der Gesellschaft und der eigenen Ansprüche zu befreien. Dies fängt schon in der Kindheit an. So können wir nicht gleichzeitig Künstler, Musiker, Sportler, Gelehrter, Handwerker und Friedensaktivist sein. Das Einüben eines einfachen Lebens gilt es durch ständige Achtsamkeit im Alltag zu erringen. Hierbei ist es wichtig flexibel zu sein anstatt einem festen Programm zu folgen. Wir müssen unsere Ideale ständig den Bedingungen anpassen.
Auch beim Studium der Texte der Arche und der Aussagen von Lanza wurde uns noch einmal ganz deutlich, dass das Ringen um Einfachheit immer nur eine individuelle Entscheidung sein kann, die nicht durch eine feste Regel zu ersetzen ist."

 

Die Internationale Arche-Gemeinschaft

In Frankreich gibt es zur Zeit drei Arche-Gemeinschaftshäuser. Hier können BesucherInnen bei besonderen Veranstaltungen oder nach individuellen Absprachen einen Eindruck vom Lebensstil der Arche gewinnen.

Adressen der Arche-Gemeinschaften in Frankreich:

www.arche-nonviolence.eu
(siehe auch unter Links)

La Borie Noble, F-34650 Roqueredonde, Tel. (0033)4-67-44-09-89 oder (0033)4-67-58-87-15

Communauté de l'Arche de la Fleyssière, F-34650 Joncels
Das Seminarprogramm von La Fleyssière kann hier heruntergeladen werden: hier klicken

St.Antoine, F-38160 St.Marcellin
www.arche-de-st-antoine.com