Der Sommer ist voll da und die Blühflächen stehen in voller Pracht. Unsere Hofmitte hat sich wirklich in ein Blütenmeer verwandelt. Es kommen Woche für Woche neue Blütenarten und es ist spannend diese viele uns unbekannten Blumen im Detail zu betrachten. Aber auch von weiten gibt es spannende Veränderungen: nach der anfänglichen Grünphase erscheint der Grundton nun Pink, mal eher Gelb oder für einen kurzen Moment gar bläulich.

                          

Bis auf dem sonnigen Beet beim Wäschepavillon haben sich die Blühflächen gut entwickelt. Warum dort zT. gar nichts wachsen wollte (auch nach dem Nachsäen nicht) ist uns noch ein Rätsel, evtl starker Kalkmangel. Ein hirseähnliches Gras fühlt sich dort leider umso wohler.

Insgesamt haben wir an allen Standorten gezielt gejätet, was noch einmal einige Stunden Arbeit war. Melde, Eichen, Franzosenkraut und dieses hirseähnliche Gras musste wegen zu starker Konkurrenz weg.

Es gibt viele einige Insekten in den Blühflächen. Vor allem Hummeln und Schwebfliegen verschiedener Art, ein paar Bienen und selten Schmetterlinge. Die Bienen bevorzugen offensichtlich die Borretsch-Beete in unserem Garten, ein Wolke Schwebfliegen findet sich täglich um die Blüten des 2m hohen Liebstöckels.

August 2019 Die Entscheidung naht.

Wir haben einen Fahrplan entwickelt, mithilfe dessen wir zügig in die Umsetzung kommen könnten, wenn die anstehende Entscheidung der Gemeinschaft positiv ausfällt. Der Plan sieht vor, frühestens im Januar 2021 mit einer ersten Heckenpflanzung zu beginnen. In der Zeit bis dahin laufen Detailplanungen, Abstimmungen der Nutzungsmöglichkeiten, Mulchen des ersten Heckenabschnitts, Antrag zur Förderung, großflächiges Einsäen der Mulchpflanzen, Heckenschnitt und Zaunbau, Erdarbeiten und die Öffentlichkeitsarbeit.

Als erste Näherung und Arbeitsgrundlage für die Machbarkeitsstudie verwenden wir die unten abgebildete Zeichnung. Es ist schon jetzt offensichtlich, dass es einiger Anpassungen bedürfen wird.

Um die Position und Größe/Abstände der Hecken festzulegen, haben wir uns an die Angaben aus „Ökologisches Bauen“ (Umweltbundesamt M.Krusche...ISBN3762514127) orientiert. Ziel ist es, ein positives Mikroklima zu erreichen, durch Windschutz und Sonnenfallen und damit v.a. günstige Temperaturen, weniger Spätfrost, erhöhte Luftfeuchtigkeit und Taubildung, Sturm und Erosionsschutz uvm. zu erreichen.

 

Um die Angaben besser anwenden zu können, haben wir daraus einen geometrisch berechenbaren Aufbau abgeleitet, den wir maßstabsgetreu über den Grundriss des Ackers legen können. Die von uns getauften Landschaftsleitlinien und die sich ergebenden Ovale und sind in einem gewissen Rahmen skalierbar. Sehr kleine Ovale ergeben einen hohen Schattenanteil, sehr große Ovale ergeben einen geringen Windschutz. Diese Anpassbarkeit lässt sich dazu nutzen, Gegebenheiten der Fläche einzubeziehen, z.B. existierende Hecke oder ältere Einzelbäume. Auf den Leitlinien stehen die Hecken.

Auf diesem Bild haben wir stark variierte Ovale auf unseren Acker angewendet und etwa 10m breite Hecken eingezeichnet. Die Hecke hat in der Mitte eine Baumreihe mit Großbäumen wie Eiche, Linde, Walnuss, Kastanie o.ä. die höchstens aufgeastet werden. An den Flanken stehen schnellwüchsige Bäume wie Esche, Haselnuss, Weide o.ä. die etwa alle 10 Jahre "auf den Stock gesetzt", d.h. auf etwa 1m herunter geschnitten werden. Es gibt Bodendecker und Büsche und z.T. Rankpflanzen.

Die oben abgebildete Fläche macht auf mich einen sehr „waldigen“ Eindruck.

 

Wie sieht es aus mit Zugänglichkeit, Wege und Maschineneinsatz? Wir suchen einen Mittelweg zwischen Vielfalt und Arbeitseffektivität.

 

Sonderbericht IPCC über nötige Änderungen in der Lannutzung

 

 

 

 

Mai 2019: Die Waldgarten-Gruppe trifft sich zum 4. Mal

Seit unserem großen Retreat im Februar 2019 haben wir eine Planungsgruppe ins Leben gerufen, die die Machbarkeit eines Waldgartens für unsere Gemeinschaft abklären soll. Aktuell geht es viel um Fördermöglichkeiten und Regelungen. Trocken – aber vielversprechend. Wenn ihr gute Informationen für uns habt und uns unterstützen möchtet, setzt euch doch bitte mit uns in Verbindung.

 

So, oder so ähnlich, sind unsere Vorstellungen, die Entscheidung ob wir so etwas tatsächlich umsetzen wollen steht noch aus.

"Wir wandeln unseren Acker in einen Waldgarten um.
Dafür pflanzen wir gezielt Hecken und fügen Hügel und Senken ein, um ein positives Mikroklima zu erreichen und die Artenvielfalt zu fördern. Eine harmonische Gestaltung der Gesamtfläche und einzelne Rückzugsorte, wie ein Teich oder eine versteckte Lichtung, bieten dem Menschen Erholung und stärken das Beziehungsgeflecht Natur. Ein Lehrpfad mit Informationsschildern macht viele Zusammenhänge und Symbiosen im großen Spiel des Lebens deutlich. Wir setzen auf mehrjährige Pflanzen als Nahrungsgrundlage, insbesondere Nüsse, und entwickeln eine Tierhaltung, die mit der neugestalteten Landschaft eine Symbiose eingeht. An besonders günstigen Zonen betreiben wir einen kleinteiligen Acker- und Gemüsebau. Durch einen zyklischen Rückschnitt der Hecken gewinnen wir Holz, um unseren Energiebedarf zu decken und fördern gleichzeitig eine besonders artenreiche Hecke.
Wir verstehen unser Modell der Landnutzung als Alternative zur industriellen Landwirtschaft, das Böden auf-, statt abbaut, das die Resilienz einer Region steigert und globale Risiken minimiert, das ein wirksames Mittel ist gegen das Artensterben, den Klimawandel, gegen Bodenerosion und Überdüngung und Entfremdung von Mensch und Natur. Polykultur statt Monokultur.
Mit diesem Projekt setzen wir uns aktiv und konkret für die Heilung unseres Planeten ein. Wahre Heilung bezieht sich auf alle Mitspieler des Systems und wird erst dann nachhaltig und effektiv, wenn diese in Harmonie leben und sich ihrer bewusst sind. Lange Zeit versuchte die Menschheit, unabhängig von der Natur zu werden, bis wir erkannt haben: Wir sind Natur, und im Moment zerstören wir uns in rasendem Tempo selbst.

Frühjahr 2019: Wir verwandeln unseren Garten in ein Blütenmeer und säen dafür ca. 200m² Blühflächen ein.
Wir möchten die lokale Insektenwelt unterstützen, aber auch für unsere Bienen eine Trachtverbesserung bewirken. Und es sieht bestimmt toll aus.
Anfang des Jahres sind wir auf die Initiative „BienenBlütenReich“ des Netzwerks Blühende Landschaften aufmerksam geworden. Dort konnten wir uns als Projektpartner bewerben und säen nun Flächen ein, für die (im Rahmen des NBL) sogenannte Blühpatenschaften übernommen werden können. Das Saatgut wird vom NBL finanziert und wir bekamen Hilfe bei der Auswahl der Blühmischungen.

                         
Als Flächen haben wir uns die kleinteiligen Flächen der Hofmitte vorgenommen, den stark vermoosten Vorgarten, eine sonnige Fläche neben dem Wäschepavillon und einen Streifen bei den Gewächshäusern. Insgesamt konnten wir so mehr als 200m² herzaubern.
Die Bodenvorbereitungen gingen leider nicht durch Zauberei, sondern durch viel viel Handarbeit.
Das dreimonatige Mulchen mit Folie hatte leider nicht den erhofften Effekt der Bodenlockerung. Am besten ist das Gras unter den Flächen mit Pappe+Häcksel-Mulch verrottet.
In einer ausdauernden Gemeinschaftsaktion konnten wir die Flächen dann vorbereiten: Grassoden und Moos mit der Radhacke abschneiden. Dann alles von Hand raus sammeln und Erde abklopfen. Die gesammelten Grassoden ergaben einen großen Komposthaufen mit  locker 7m³. Im nächsten Schritt verteilten wir viel gekauften Sand, um die Flächen abzumagern. Außerdem konnten wir einen großen Haufen sandigen Baustellenaushub unterbringen. Wir hatten viel Spaß beim Kalken der Flächen mit dem Gardena Düngestreuer.
Vor der Aussaat wird die Fläche noch 1-2mal gehackt, damit Unkrautsamen auflaufen.

 

 

Fiep – Fiep – Fiep... Eulenfamilie

Ende April 2019 ist eine Waldohr - Eulenfamilie bei uns in der Douglasie vor dem Haus eingezogen. Die 5 jungen Ästlinge hüpfen und klettern und mittlerweile fliegen sie sogar von Dach zu Baum. In der Dämmerung ab 21.19 Uhr können wir sie für einige Minuten beobachten bis es zu dunkel wird. Zwischendurch wird das Fiepen durch ein Hahaha unterbrochen. Sind das die Eltern oder eine andere Eulenart?
Wir freuen uns alle sehr, dass sich die Eulen bei uns so wohl fühlen.